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GEO - Tag der Artenvielfalt


Infos zu Neophyten die speziell unseren Bachabschnitt betreffen

Herkulesstaude oder Riesenbärenklau   Heracleum mantegazzianum

Drüsiges Springkraut (auch Indisches Springkraut genannt)   Impatiens glandulifera

Orientalisches Zackenschötchen   Bunias orientalis

Kanadische Goldrute   Solidago canadensis

 

Was sind Neophyten und warum müssen/sollten sie bekämpft werden?

Das Wort Neophyt kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus "neo" = "neu" und "phyton" = "Pflanze" zusammen. Es handelt sich um Pflanzen die besonders ab dem Mittelalter aus fremden Ländern als Zierpflanze "eingeschleppt" wurden. Diese Pflanzen können in ihrer neuen Heimat wachsen und gedeien ohne den ursprünglichen heimischen Bedingungen und Fressfeinden zu trotzen. Betroffene Gebiete unserer Region reagieren aber unter Umständen sehr empfindlich auf solche Neophyten. Das rasche Ausbreiten dieser fremden Arten hat zur Folge, dass heimische, biotoptypische Pflanzen verdrängt und sogar ausgerottet werden können.

Der Riesenbärenklau beispielsweise schattet den Bodengrund mit seinen großen Blättern derart großflächig ab, dass kleinwüchsigen Arten keine Chance bleibt.  Das Indische Springkraut breitet sich ebenfalls sehr dicht und durch seine explosionsartig verstreuten Samen sehr schnell aus. Das Wurzelgeflecht dieser Pflanzen ist aber nicht flächig genug um den Boden ausreichend zu stabilisieren und vor Erosion zu schützen. An Hanglagen, wie auch in unserem Fall am Uferbereich eines Baches, kann es bei starken Niederschlägen zu Abschwemmungen oder gar Erdrutschen kommen.
Ein weiteres Problem stellt die Bestäubung und damit der Fortbestand einzelner biotoptypischen Pflanzen dar. Die meisten Neophyten bieten während ihrer Blüte ein Nahrungsangebot im Überfluss für Bienen, Hummeln und andere Pollensammler. Diese Insekten nehmen eine solch einfache Sammelmöglichkeit natürlich gerne an und fixieren sich auf diese Art bis zum Ende der Blütezeit. Eine seltenere, unscheinbare heimische Pflanze hat in dieser Zeit salopp gesagt schlechte Karten. Sie wird verdrängt ohne je mit dem Neophyt Kontakt gehabt zu haben.
Der Mensch sollte sich vor Neophyten ebenfalls in Acht nehmen. Beispielsweise ahnungslos im eigenen Garten gepflegte oder beim Spaziergang gepflückte Pflanzen dieser Arten können bei Hautkontakt starke allergische Reaktionen hervorrufen, die bis zur Vernarbung hinreichen. Stellt man solche Vorkommen in der Umgebung fest, sollte man in jedem Fall einen Fachmann zu Rate ziehen.

Mehr Infos zu Neophyten finden Sie auch in unseren Links.

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